Handlettering Alphabete: Vom Nachmalen zum eigenen Stil
- Nicole Has
- vor 6 Tagen
- 3 Min. Lesezeit
Ein eigenes Alphabet zu entwickeln, ist für viele die größte Hürde beim Handlettering: Wie sollen die Buchstaben aussehen? Verschnörkelt oder schlicht? Rund oder eckig? Die gute Nachricht: Du musst dir dein Alphabet nicht ausdenken – am Anfang darfst und sollst du nachmalen. In diesem Beitrag zeige ich dir verschiedene Alphabet-Stile und wie du sie für dich nutzt.
Warum ein Alphabet der wichtigste erste Schritt ist
Ein Handlettering-Alphabet ist im Grunde deine persönliche Buchstaben-Vorlage: Sobald du weißt, wie jeder einzelne Buchstabe in deinem gewählten Stil aussieht, kannst du daraus beliebige Wörter zusammensetzen. Deshalb lohnt es sich, am Anfang nicht direkt mit ganzen Sprüchen zu starten, sondern erst ein komplettes Alphabet einmal durchzuüben – Buchstabe für Buchstabe.

Handlettering Alphabet für Einsteiger zum Nachmalen
Nachmalen ist beim Handlettering keine Abkürzung, sondern eine bewährte Lernmethode – so wie man auch beim Zeichnenlernen zunächst Vorlagen abpaust. Am effektivsten gehst du so vor:
Lege ein dünnes Blatt Papier (oder Butterbrotpapier/Transparentpapier) über eine Alphabet-Vorlage
Fahre jeden Buchstaben mehrmals nach, bis sich die Bewegung vertraut anfühlt
Erst danach versuchst du, denselben Buchstaben ohne Vorlage freihändig zu schreiben
Vergleiche dein Ergebnis mit der Vorlage und wiederhole die Buchstaben, die noch nicht sitzen
Ein simples, klar aufgebautes Einsteiger-Alphabet ohne viele Extras eignet sich dafür am besten – zu viele Details lenken am Anfang eher vom eigentlichen Buchstaben-Aufbau ab.
Verschnörkeltes Alphabet für verspielte Looks
Sobald die Grundform sitzt, kannst du deinem Alphabet Persönlichkeit verleihen. Verschnörkelte Alphabete zeichnen sich aus durch:
Kleine Schlaufen an Auf- und Abstrichen
Verlängerte Ober- und Unterlängen (z. B. bei "l", "h", "g", "y")
Zusätzliche Linien oder kleine Punkte als Verzierung
Dieser Stil eignet sich besonders gut für romantische oder verspielte Projekte – Einladungskarten, Geschenkanhänger oder Bullet-Journal-Titel. Wichtig dabei: Schnörkel sollten den Buchstaben ergänzen, nicht überladen. Als Faustregel hilft es, zunächst das ganze Wort ohne Schnörkel zu schreiben und die Verzierungen erst im zweiten Schritt gezielt an einzelnen Stellen zu ergänzen – meist reicht das am Anfang und Ende eines Wortes.

Minimalistisches Alphabet für klare, cleane Looks
Nicht jedes Projekt verträgt verspielte Details – gerade für moderne Wanddeko, cleane Karten oder Social-Media-Grafiken eignet sich oft ein reduzierter Stil besser. Ein minimalistisches Handlettering-Alphabet zeichnet sich aus durch:
Gleichmäßige, eher gerade Linienführung ohne zusätzliche Schnörkel
Bewusster Verzicht auf Verzierungen – die Dünn-Dick-Technik allein sorgt für den Charakter
Häufig auch Druckbuchstaben statt verbundener Schreibschrift
Dieser Stil ist oft sogar etwas einfacher zu lernen als verschnörkelte Varianten, weil weniger Details gleichzeitig kontrolliert werden müssen – ein guter Einstieg, falls dir verspielte Alphabete zu komplex erscheinen.
Vom Nachmalen zum eigenen Stil

Ein eigener Handlettering-Stil entsteht fast nie am Reißbrett, sondern automatisch durch Übung: Nachdem du mehrere fremde Alphabete nachgemalt hast, beginnst du unbewusst, einzelne Elemente zu mischen – vielleicht die Grundform des einen Alphabets mit den Schnörkeln eines anderen. Genau daraus entsteht mit der Zeit dein eigener, wiedererkennbarer Stil. Du musst also nicht bei null anfangen, sondern darfst dich frei aus bestehenden Vorlagen bedienen.
Alphabet-Vorlagen zum Nachmalen
Für alle drei vorgestellten Stile – Einsteiger, verschnörkelt und minimalistisch – lohnt sich eine gute Vorlagensammlung zum Nachmalen. Bewährt hat sich z. B. Handlettering: Die 33 schönsten Alphabete zum Üben von Norbert Pautner.
Fazit
Ein eigenes Alphabet fällt selten vom Himmel – es entsteht durch Nachmalen, Ausprobieren und das Mischen verschiedener Stile. Ob verspielt mit Schnörkeln oder clean und minimalistisch: Am Ende zählt vor allem, welcher Stil zu deinen Projekten und deinem Geschmack passt.
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