Wichtelstreiche: Die besten Ideen für den Weihnachtswichtel
Am 30. November ist bei uns jedes Jahr dasselbe Ritual: Irgendwann im Laufe des Tages entdeckt mein Großer plötzlich einen glitzernden Wirbel an der Wand und davor eine kleine Baustelle. Am nächsten Morgen, dem 1. Dezember, steht dann die Bescherung: kleine Umzugskartons vor einer winzigen Tür, ein bisschen Chaos, und mittendrin die erste Nachricht von unserem Wichtel Knut, der offiziell bei uns eingezogen ist.

Wir wichteln jetzt schon seit vier Jahren. Knut zieht immer am 1. Dezember ein und am 31. Dezember wieder aus, und in der Zeit dazwischen passiert bei uns zuhause einiges. Mein Sohn (8) fiebert dem täglichen Wichtelbrief regelrecht entgegen und hilft Knut liebend gerne aus, wenn er mal Hilfe braucht. Meine Tochter (2,5) hat von der ganzen Sache bisher noch nicht so viel mitbekommen, aber sie legt trotzdem treu jeden Abend eine Erdnuss vor die Wichteltür, so wie es ihr Bruder macht. Genau diese Mischung aus Vorfreude, kleinem Ritual und ganz viel Fantasie ist es, die die Wichtelzeit bei uns so besonders macht.
Falls ihr überlegt, dieses Jahr auch damit anzufangen, oder frischen Wind in eure bestehende Wichteltradition bringen wollt: Ich nehme euch heute mit durch alles, was ihr über den Weihnachtswichtel wissen müsst, dazu jede Menge Streiche-Ideen, sortiert nach Aufwand, Namensideen für euren eigenen Wichtel, und Antworten auf die Fragen, die mir selbst am Anfang durch den Kopf gegangen sind.
Was ist eigentlich ein Weihnachtswichtel?
Der Brauch stammt ursprünglich aus Skandinavien. Dort kennt man den kleinen Hausgeist als "Nisse" (Dänemark, Norwegen), "Tomte" (Schweden) oder "Tonttu" (Finnland): ein kleiner, meist rot-bemützter Geselle, der traditionell auf Haus und Hof aufpasst und dem Weihnachtsmann zur Hand geht. In Deutschland und Österreich hat sich daraus in den letzten Jahren eine eigene, sehr beliebte Familientradition entwickelt: Der Wichtel zieht in der Adventszeit bei euch ein, wohnt hinter einer kleinen Wichteltür, und treibt nachts sein Unwesen.
Das Prinzip ist simpel und genau das macht die Magie aus: Der Wichtel ist unsichtbar, kommt nur nachts aus seiner Tür, und hinterlässt jeden Morgen Spuren seines nächtlichen Treibens. Mal ist das nur eine kleine Nachricht, mal ein ausgewachsenes kleines Chaos in der Küche.
Die eine Regel, die ihr unbedingt kennen solltet
Bei uns (also nicht nur bei uns, sondern generell) gilt eine Grundregel, die den ganzen Zauber zusammenhält: Die Wichteltür darf nie geöffnet werden. Der Wichtel ist tagsüber unterwegs oder schläft, und wenn jemand die Tür öffnet, verliert er angeblich seine Zauberkraft. Das ist übrigens auch die Standardantwort, wenn ein Kind mal neugierig an der Tür rüttelt: "Die Tür ist verzaubert, da kommt nur der Wichtel selbst durch."
Diese eine Regel nimmt euch als Eltern gleichzeitig eine Menge Druck: Ihr müsst dem Kind nie erklären, warum es den Wichtel nie zu Gesicht bekommt, das erledigt die Magie von ganz allein.
So zieht der Wichtel ein: Ablauf und Varianten

Es gibt keine feste Regel, wie genau der Einzug ablaufen muss, aber ein paar Varianten haben sich als besonders beliebt herausgestellt.
Wann zieht der Wichtel ein? Die meisten Familien starten am 1. Advent oder am 1. Dezember, wie wir das auch machen. Das lässt sich aber flexibel anpassen, manche Familien fangen erst Mitte Dezember an, wenn ihnen die volle Adventszeit zu lang vorkommt.

Der große Auftritt: Ein besonders schöner Trick, den wir bei uns übernommen haben: Am Vorabend des Einzugs kündigt sich der Wichtel schon an, zum Beispiel mit Glitzerspuren oder einem kleinen "Wirbel" an der Wand und der Baustelle davor: Absperrband, kleine Pylonen, vielleicht ein Mini-Bagger aus der Spielzeugsammlung eurer Kinder, und der Wichtel "baut" sich buchstäblich seinen Platz bei euch. Am nächsten Morgen ist dann die eigentliche Überraschung da: das Wichtelhaus oder die Wichteltür. Die Baustelle könnt ihr komplett selbst basteln, aus Absperrband, Pylonen und Spielzeug-Werkzeug, das ihr sowieso schon zuhause habt. Wer dafür weder Zeit noch Lust hat, kann sich stattdessen ein fertiges Wichtel-Baustellen-Set holen.
Wie oft muss der Wichtel aktiv werden? Hier kommt die wichtigste Entlastung für alle gestressten Eltern: Täglich ist schön, aber kein Muss. Zwei- bis dreimal die Woche reicht völlig aus, und dazwischen kann der Wichtel auch mal "auf Reisen", "seiner Oma helfen", "dem Weihnachtsmann helfen" oder "erkältet" sein, mit einer kleinen Notiz als Erklärung. Die Wichtelzeit soll Freude machen, keinen zusätzlichen Stress.
Wann zieht der Wichtel wieder aus? Bei uns zieht Knut am 31. Dezember wieder aus, mit einem Abschiedsbrief und dem Versprechen, nächstes Jahr wiederzukommen. Andere Familien lassen den Wichtel schon zu Heiligabend abreisen, manche erst nach Dreikönig. Wichtig ist vor allem: ein Abschied mit Brief macht das Ende genauso magisch wie den Anfang, und gibt gerade jüngeren Kindern einen guten Abschluss.
Wichtelstreiche Ideen: Die große Sammlung nach Aufwand sortiert
Jetzt kommt der Teil, auf den ihr wahrscheinlich am meisten gewartet habt. Ich hab die Ideen bewusst nach Aufwand sortiert, damit ihr auch an stressigen Tagen schnell etwas parat habt.
Schnelle Wichtelstreiche für stressige Tage (unter 5 Minuten, kaum Material)
Milch mit ein paar Tropfen Lebensmittelfarbe einfärben
Mehl oder Puderzucker auf der Arbeitsfläche verteilen mit Fußspuren, der Wichtel vermisst den Schnee
Der Wichtel "putzt sich die Zähne" mit Zahnpasta am Badezimmerspiegel
Nüsse oder kleine Süßigkeiten in die Hausschuhe stecken (unsere Erdnuss-Tradition lässt grüßen)
Hausschuhe vertauscht oder an einem unerwarteten Ort platziert
Schnürsenkel der Schuhe locker miteinander verknoten
Bilderrahmen schräg hängen, Stühle verkehrt herum an den Tisch stellen, Tassen umdrehen
Eine Socke an der Türklinke befestigen
Konfetti auf dem Frühstückstisch verstreuen und Kuscheltiere dazusetzen, mit einem Zettel "Ich habe gefeiert!"
Eine kleine Notiz an einem unerwarteten Ort verstecken, im Kühlschrank oder in der Brotdose
Die Ärmel der Jacke verknoten
Klopapier mit einem lustigen Gesicht bemalen
Der Wichtel hat den Christbaum mit Toilettenpapier umwickelt
Zahnbürste im Becher eingefroren, das Kind kann "leider" heute nicht Zähne putzen
Adventskalendertürchen ist bereits geöffnet, der Wichtel war neugierig
Der Wichtel hat die Tür zum Kinderzimmer mit Klebeband abgesperrt
Die Fernbedienung ist spurlos verschwunden, dafür liegt ein Zettel mit einem Hinweis-Rätsel bereit
Frühstück und Abendessen wurden vertauscht: Es gibt Müsli am Abend und Toast in der Früh
Ein paar Chips landen mitten im Müslipaket
Die Klobrille ist mit durchsichtiger Frischhaltefolie bespannt
Ein paar kleine Gegenstände im Zimmer sind über Nacht mit bunten Post-its zugeklebt worden
Ein kleines Spielzeug ist in Geschenkpapier eingewickelt aufgetaucht, obwohl noch gar nicht Weihnachten ist
Verwandlungs-Gags mit Alltagsgegenständen
Clementinen oder Bananen mit Wackelaugen bekleben oder Stift bemalen
Eier im Kühlschrank mit kleinen Gesichtern bemalen
Zahnpasta gegen etwas Harmloses austauschen (zum Beispiel Senf)
Zahnpasta im Kühlschrank, der Wichtel hat sie "gekühlt, damit sie frischer wird"
Milch- oder Saftflaschen bekommen ein kleines "Weihnachtskostüm" aus Papier oder Filz
Fruchtgummischnüre im Topf als "verzauberte Spaghetti" drapieren
Ein paar Samen in eine Schale mit Mehl oder Zucker "einpflanzen", über Nacht sind daraus kleine Lutscher oder Süßigkeiten "gewachsen"
Aufwendiger, für die kreativen Tage
Ein Wichtel-Weihnachtsmarkt mit Mini-Ständen, gebrannten Mandeln und Plätzchen im Miniaturformat
Eine Baustelle zum Ein- oder Auszug, mit Absperrband, kleinen Schildern und Werkzeug
Der Wichtel baut sich Möbel aus Naturmaterial wie Kastanien oder Zweigen und braucht Hilfe
Ein Wichtelkino mit ausgedruckter Mini-Leinwand
Eine Party im Bad mit kleinen Luftballons in der Wanne
Eine Schatzsuche planen, zum Beispiel mit verstecktem Baumschmuck
Ein Mini-Tischkicker aus Gummibärchen und Zahnstochern bauen
Eine Mini-Seilbahn zwischen zwei Möbelstücken spannen, an der kleine Wichtelsachen "reisen"
Kuscheltiere und Spielfiguren zu einer nächtlichen Tischparty versammeln, mit Mini-Geschirr und Deko
Ein Mini-Zeltlager mit Wattebausch-"Schnee" und kleinem Lagerfeuer aus Papier, ideal wenn bei euch Camping und Outdoor ohnehin ein Familienthema ist
Eine Mini-Rodelbahn z.B. aus Papier, auf dieser können sie einen Mini-Schlitten oder z.B. Playmobil-Männchen rutschen lassen.
Botschaften und Briefe vom Wichtel
Ein handgeschriebener Mini-Brief macht den Wichtel viel lebendiger als jede gekaufte Vorlage. Ein paar Ideen für die Inhalte:
Der Einzugsbrief: Vorstellung, Name, vielleicht ein Wort zu den Regeln
Tägliche Kurznachrichten, die von seinen kleinen Abenteuern erzählen
Aufgaben-Briefe: der Wichtel bittet um ein Lied, eine Vorlesegeschichte oder Rentierfutter
Die "Abwesenheitsnotiz": praktisch für stressige Tage, wenn der Wichtel mal "unterwegs" oder "erkältet" ist
Der Abschiedsbrief zum 31. Dezember, mit Dank und dem Versprechen der Rückkehr
Kleiner Tipp aus eigener Erfahrung: Schreibt die Briefe möglichst in einer anderen Handschrift als eurer eigenen, ältere Kinder erkennen mit der Zeit erstaunlich zuverlässig, wer da wirklich schreibt.
Saisonale Ideen rund um den Advent
Zum Nikolaustag: der Wichtel putzt die Schuhe oder legt selbst etwas hinein
Ein gemeinsamer Keks-Backtag, angeregt durch eine Wichtelnachricht
Der Adventskranz bekommt eine kleine Wichtel-Überraschung
Kinder dürfen für den Wichtel einen Mini-Weihnachtsbaum schmücken
Zu Heiligabend: ein besonderes Schoko-Frühstück oder ein vertauschter Baumschmuck
Eine kleine "Einladung" vom Wichtel zu einem Ausflug in den Wald oder Park, mit Kakao und Gebäck im Rucksack
Der Wichtel macht einen Vorschlag für einen Weihnachtsfilm und bringt Popcorn mit
Der perfekte Name für euren Wichtel
Bevor der Wichtel überhaupt sein erstes Unwesen treiben kann, braucht er natürlich einen Namen. Bei uns war das keine große Diskussion, mir hat der Name einfach gefallen: Er heißt Knut, kurz, knackig und ein bisschen skandinavisch, was ja auch perfekt zur Herkunft der Tradition passt. Falls euch noch der passende Name fehlt, hier ein paar Richtungen zur Inspiration:
Klassische, nordisch angehauchte Namen: Knut, Sven, Ole, Björn, Finn, Nils, Erik, Lasse Weibliche Wichtelnamen: Elin, Freya, Astrid, Nova, Lumi, Mette, Sanna Verspielte, lustige Namen: Krümel, Zimtstern, Glitzer, Schneeflöckchen, Pumpernickel, Zwirbel
Am schönsten wird die Namensfindung übrigens, wenn ihr die Kinder aktiv einbezieht: Lasst sie zwischen zwei oder drei Vorschlägen wählen oder gemeinsam überlegen, das macht den Wichtel gleich noch persönlicher. Oder er stellt sich bereits mit einem Namen in seinem ersten Brief vor.
Für unterschiedliche Altersgruppen
Bei uns zuhause sieht man den Altersunterschied ziemlich deutlich: Mein Sohn (8) fiebert dem Wichtel aktiv entgegen, hilft ihm bei kleinen "Problemen" und ist voll in die Geschichte eingebunden. Meine Tochter (2,5) versteht das Konzept noch nicht wirklich, freut sich aber trotzdem am gemeinsamen Ritual, wenn sie ihre Erdnuss vor die Tür legt. Das zeigt eigentlich ganz gut, wie flexibel die Tradition ist: Kleinere Kinder brauchen vor allem visuelle, einfache Überraschungen, während ältere Kinder mit Rätseln, kleinen Aufgaben oder einer fortlaufenden Geschichte mehr Freude haben. Bei mehreren Kindern unterschiedlichen Alters reicht ein gemeinsamer Wichtel völlig aus, ihr müsst nur in den Briefen alle ansprechen und die Aktionen so wählen, dass für jeden etwas dabei ist.
Material: Was ihr wirklich braucht

Die Grundausstattung ist überschaubar: eine kleine Wichteltür, vielleicht ein Wichtelhaus als Kulisse drumherum, ein bisschen Deko wie eine Mini-Leiter oder eine Fußmatte, und Briefpapier. Alles lässt sich sowohl kaufen als auch selber basteln, aus Eisstielen, Pappe oder dünnem Holz. Für alle, die gerade keine Zeit oder Kapazität haben, sich das alles selbst zusammenzustellen: Ein fertiges Wichteltür-Set mit Handbuch als Rundum-sorglos-Paket kann euch einen großen Teil der Wichtelzeit-Planung abnehmen, inklusive fertiger Briefe und Streiche-Ideen für Tage, an denen einfach die Zeit fehlt.

Ich habe damals eine Wichtelhaus aus zwei Ikea Bilderrahmen und ein paar Holzspateln aus der Apoteke gebaut. (siehe Bilder rechts)
Was mir persönlich beim Organisieren der ganzen Wichtelzeit sehr geholfen hat: eine Übersicht, in der ich Ideen, Termine und den Wichtelplan sammle, damit mir an stressigen Dezembertagen nicht komplett die Ideen ausgehen. Genau dafür habe ich übrigens meinen eigenen Weihnachtsplaner mit eigenen Wichtelplaner-Seiten entwickelt,
dort kannst du Streiche-Ideen vorab notieren und musst dir nicht jeden
Tag neu den Kopf zerbrechen.
Häufige Fragen zum Weihnachtswichtel
Ab welchem Alter ist die Wichtel-Tradition geeignet?
Meistens ab etwa 3 Jahren, wenn Kinder anfangen, die kleine Geschichte wirklich zu verstehen und mitzufiebern. Jüngere Kinder wie meine Tochter können trotzdem schon Teil des Rituals sein, auch wenn sie das Konzept dahinter noch nicht greifen.
Was mache ich, wenn mein Kind die Wichteltür trotzdem öffnet?
Ganz entspannt bleiben: Die gängige Erklärung ist, dass die Tür verzaubert ist und nur der Wichtel selbst hindurchpasst, für alle anderen ist dahinter nur eine Wand. Das reicht den meisten Kindern völlig als Erklärung.
Wie gestalte ich den Abschied am Ende der Adventszeit?
Ein Abschiedsbrief mit Dank und dem Versprechen, nächstes Jahr wiederzukommen, funktioniert bei den meisten Familien sehr gut. Manche legen noch eine kleine Kleinigkeit dazu. Bei sensibleren Kindern kann es auch helfen, den Auszug erst ein paar Tage nach Heiligabend stattfinden zu lassen, damit die Weihnachtsstimmung nicht zu abrupt endet.
Was, wenn mir mal die Ideen ausgehen?
Das ist völlig normal, gerade in stressigen Wochen. Eine kleine Notiz reicht dann auch völlig, oder der Wichtel ist einfach mal "unterwegs" oder braucht eine Pause. Niemand erwartet von euch ein tägliches Mini-Theaterstück.
Kostet die Wichtel-Tradition viel Geld?
Überhaupt nicht zwingend. Die meisten Streiche brauchen nur Dinge, die ihr sowieso zuhause habt. Eine selbstgebastelte Wichteltür aus Pappe kostet quasi nichts, und viele der schönsten Momente entstehen aus kleinen, günstigen Ideen statt aus teurem Zubehör.
Zum Schluss
Die Wichtelzeit ist bei uns mittlerweile eines der Highlights im Dezember, nicht weil wir jeden Tag ein aufwendiges Spektakel veranstalten, sondern weil dieses kleine, wiederkehrende Ritual so viel Vorfreude und gemeinsame Zeit schafft. Ob euer Wichtel nun täglich für Chaos sorgt oder nur ein paar Mal die Woche vorbeischaut, wichtig ist am Ende nur, dass ihr als Familie Spaß daran habt.
Ich würde mich riesig freuen, wenn ihr mir erzählt: Wichtelt ihr schon, und wie heißt euer Wichtel? Schreibt's gerne in die Kommentare, ich lese jede einzelne Nachricht.
P.S. Falls ihr Lust habt, eure ganze Weihnachtszeit übersichtlich zu planen, inklusive einer eigenen Seite fürs Wichteln, schaut gerne mal bei meinem Weihnachtsplaner vorbei.




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